Dunum - ein Dorf mit Vergangenheit 

Unser Bauerndorf Dunum hat eine reiche und lange Geschichte. Wenn Sie richtig viel darüber erfahren möchten, dann lesen Sie den folgenden, sehr interessanten Aufsatz zur Dunumer Geschichte von unserem Mitbürger Jens Thaden. Wir sind dankbar für die Mühe, die sich Jens Thaden machte, etwas mehr Licht in die Geschichte unseres Dorfes zu bringen und wir danken ihm auch, dass wir seine Arbeit auf unserer Internetseite veröffentlichen dürfen.

Wie Dunum damals hieß

Der Ortsname Dunum der ursprünglich wohl Duhnheim hieß, bezeichnete eine „bei den Dünen gelegene Siedlung“. 

Dunum im frühen Mittelalter

So stellt sich die Frage, ob die bedeutende Änderung der Siedlungsstruktur auf der Geest, die sich in Dunum am Ende des frühen Mittelalters vollzogen hatte, gelenkt wurde und wie das geschah. Die Familienoberhäupter der anscheinend gleichberechtigten Bauern, deren Bestattungen auf dem heidnischen Gräberfeld zu finden waren, könnten durch gemeinsamen Ratschluss diese Änderungen vollzogen haben. Zum Gräberfeld kommen wir aber noch. 

Ende des frühen Mittelalters 

Am Ende des frühen Mittelalters fand in Dunum eine Umstellung der Wirtschaftsweise auf den intensiven Roggenbau statt, sodass eine Umnutzung der Siedlungskammer vollzogen wurde und sich eine vollkommen neue Siedlungsstruktur entwickelte. Wie das Ackerland erhielten auch die Siedlungen nun feste Plätze. Die größere Bevölkerung, die durch die Intensivierung der Landwirtschaft und die Verbesserung der Erträge ernährt werden konnte, siedelte sich in den Dörfern Nord-, Süd- und Ost-Dunum an und legte gemeinsam genutztes Ackerland, die Gasten an, die bis in die jüngste Zeit bestand hatten. 

Entstehung der Wohnplätze 

Am Rande einer von Moor umgebenen Bodenerhebung, auch Gaste genannt, entstanden damals mehrere Wohnplätze, deren Lage durch Bodenfunde und aus älteren Archivalien vermerkten Flurnamen z. B. „Darpstette“ (Dorfstätte) oder wie „Alte Warfe“ (alter Siedlungsplatz) ermittelt werden konnten. 

Entstehung der Gasten

Ferner entstanden außerhalb der streifenförmig parzellierten Gasten in den Gemeinheiten blockförmige Käpe, die durch Wälle oder in den Niederungen durch Gräben begrenzt wurden. Auf der Dunumer Gaste haben die im Nordosten gelegenen Randgebiete der Flur die Bezeichung „Heidig Land aufs Ost“. 

Die Warfsleute

Die Warfsleute, die schon im Mittelalter als neue Bevölkerungsschicht mit weniger Landbesitz und mit geringeren Rechten gegenüber den vollen und halben Herden auftraten, hatten nur dort Landbesitz. Während die erstgenannten in den Dörfern oder am Rande wohnten, siedelten diese außerhalb der Gaste in die Gemeinheit. Nur ungern erlaubte man den Warfsleuten die Aussiedlung, da die Weideberechtigungen und Plaggennutzungen in den Gemeinheiten dadurch eingeschränkt wurden. Die Warfsleute hatten gegenüber den vollen und halben Herden nicht nur geringere und schlechtere Ländereien, sondern hatten auch mindere Rechte. So besaßen sie keine ganzen Stimmen bei den Wahlen zum Landtag und in kirchlichen und schulischen Angelegenheiten. In den Gemeinheiten durften sie wenig Vieh weiden lassen, und der Anteil an der Plaggenmatt war begrenzt. 

Die Wiesenländer 

Die Nord-Dunumer hatten ihr Wiesenland im Norden, die Ost- und Süd-Dunumer im Osten. Über die Beschaffenheit der Gemeinheit finden sich nur wenige Angaben. In der Westlichen Hälfte wurden Moräste angegeben, die nach Norden durch „The“ genannte Gräben zur Stuhlleide entwässerten. Ein Moorsee, das „Braune Mar“, lag nordwestlich der Gaste. Südlich des „Braunen Mares“ bestand ein Dünengebiet, „Sand-Schaar“ genannt. 

Die Fluren 

Die Fluren der Orte Nord- und Süd-Dunum und der aufgegebenen Siedlungen im Westen und Südwesten der Gaste waren zu einer geschlossenen, aus vielen kleinen Flurbezirken bestehenden Ackerflächen zusammengewachsen. Später kamen Erweiterungsfluren nach Osten hinzu. Während auf der Ost-Dunumer und Süd-Dunumer Gaste der Besitz im allgemeinen gleichmäßig auf alle Flurbezirke verteilt war, sind auf dem Nord-Dunumer Ackerland 2 Besitzgruppen festzustellen. In den Flurbezirken „Alte Warfe“, „Norder alte Warfe“, „Süder alte Warfe“, Nort Yessing“ und „Langes Land“ war eine bestimmte Gruppe Nord-Dunumer Höfe vertreten, die nur geringen Anteil an den Fluren „Follackers“, „Süder-Lande“, „Oster-Lande“ und „Voracker“ hatte, die oben als Nord-Dunumer Gastflur angesprochen wurde. Umgekehrt waren die Höfe mit Besitz in der letztgenannten Flur wenig vertreten. Flurbezirke, die sich hinsichtlich der Besitzverteilung voneinander unterschieden, werden bei Fluranalysen im Allgemeinen als Anzeichen für Wüstungen angesprochen. So weist noch die Besitzverteilung des 17. Jahrhunderts auf die abgegangene Siedlung im Nordwesten der Gaste hin. Das Ost-Dunumer Ackerland lag einer gesonderten Gaste, die nach Norden durch eine Niederung und nach Westen durch eine flachere Bodenvertiefung von der Flur der Ortsteile Nord- und Süd-Dunum getrennt war. 

Ödländerein 

Wies das Dunumer Gebiet 1679 noch große, nicht erschlossene Ödländereien auf, so waren bei den Orten, die auf den schmalen Zungen des Gestrandes oder auf den vorgelagerten Sandinseln liegen. So wurden die in den Marschgebieten befindlichen Gemeinheiten zur Zeit der Regemortschen Vermessung bereits in Form regelmäßiger oder unregelmäßiger Blöcke aufgeteilt. Diese Flurstücke waren aber nicht immer Besitz eines Hofes, sondern bestanden häufig aus Anteilen von zwei oder mehr Bauern. 

Entwicklung im 18. und 19. Jahrhundert 

Die Höfe in Dunum lassen eine starke Zunahme der Warfstellen in dieser Zeit erkennen. Höfe und Fluren dieser „Neuen Warfen“ befanden sich, wie aus den Akten und Karten der Gemeinheitsteilungen zu entnehmen ist, oft im Gebiet der hochgelegenen, mit Heide bewachsenen Sanderhebungen. Die Fluren bestanden dort aus unregelmäßigen Körpern, die mehr oder weniger planlos angelegt waren. Sie wurden nach und nach erweitert. 

Siedlungen auf der Geest 

Die Besiedlung der Siedlungskammern Dunum im frühen und hohen Mittelalter haben Reinhard (1969) und Schmid (1972; 1984) exemplarisch dargestellt. Dunum liegt am Rande der Hauptplatte der Geest und ist auf drei Seiten von tiefen plestozänen Wasserrinnen umgeben, die den Wasserstand mit dem Tidenhub wechselten und daher Kleisedimente aufweisen. Die höheren Zonen der Geestrücken waren mit Wald bestanden. Einzelne Gehöfte siedelten sich am Rande der Geest in der Nähe der Niederungen an. Vermutlich lag die Ackerflur dicht bei den Gehöften, und das Vieh konnte in den nahen Niederungen weiden oder in die hohen Waldstücke getrieben werden. Die Bewohner der einzelnen Gehöfte, die bäuerlichen Familien der Siedlungskammer, verstanden sich wahrscheinlich als Gemeinschaft. Weil sie in ihrer Mitte ein gemeinsames Gräberfeld anlegten. Das heidnische Gräberfeld wurde mindestens zweihundert Jahre lang benutzt, bis mit der Christianisierung in Nord-Dunum ein Gotteshaus erbaut wurde und ein neuer Friedhof entstand. Zu dem Gotteshaus kommen wir später noch. Die fast völlige Freilegung des heidnischen Gräberfeldes in Dunum ließ fünf Gruppen von Gräbern erkennen, die zunächst voneinander getrennt waren, aber im Laufe der Zeit durch weitere Bestattungen von den ältesten Grabmonumenten aus immer mehr zu einem Gräberfeld zusammenwuchsen.

Gemeinheitsteilung 

Wir wollen die Darstellung der Gemeinheitsteilung mit der Beschreibung des Teilungsvorganges in Ost-Dunum beschließen, wo andere Verhältnisse als in Nord-Dunum vorlagen. Aus den erst 1835 einsetzenden Akten geht hervor, das Planungen darüber schon 1805 bestanden. 1835 stellte die Ortschaft Ost-Dunum den Antrag an das königliche wohllöblich Amt Esens. Man führte an, dass die Grenze mit Nord-Dunum bereits feststehe. Die mit Süd-Dunum sei auf einer vor etwa zwanzig Jahren